Montreal | 6 Monate in Kanada | Teil I – Die Anreise

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DER BEGINN

Ich glaube ich war noch nie in meinem Leben so aufgeregt als an dem Tag, an dem ich in den Flieger nach Montreal stieg, wo ich vorhatte mein nächstes halbes Jahr zu verbringen.

Ich studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien und hatte mich erfolgreich für ein Auslandssemester an der HEC Montréal beworben. Eine französische Universität mit ausgezeichnetem Ruf und einer unglaublicher Studentenorganisation mit dem Namen HEChange, welche für eine absolut großartige Exchange-Mentalität sorgte indem sie zusammen Trips nach Kuba, Boston, Toronto und Québec City organisierte.

Montreal

Darin bestand schon mal der erste gewaltige Unterschied zu der ÖH bei uns in Wien. An so etwas wurde bei uns an der WU denke ich noch nie gedacht und wenn dann wurde es schlecht oder gar nicht umgesetzt.

Jedenfalls waren dort alle Studenten stark miteinander verbunden und von den insgesamt 250 Austauschstudenten kann ich behaupten 150 relativ gut und 20 sehr gut gekannt zu haben 🙂 (PS: mit den meisten habe ich bis heute Kontakt!)

DER FLUG

Doch beginnen wir dort wo ich stehen geblieben bin. Ich war also am Weg zu meinem Flug mit Swiss Airlines, welcher mich über Zürich innerhalb von nur 10h direkt nach Montreal befördern sollte. Soweit der Plan.

Der Flug nach Zürich verlief unspektakulär und nach weniger als einer Stunde war ich angekommen und hetzte zum nächsten Gate. Man glaubt gar nicht wie gigantisch dieser Flughafen ist. Nämlich so groß, dass es einen Zug gibt welcher das letzte und das erste Gate miteinander verbindet.

Als ich zum Boarding meines zweiten Fluges antrat wurde mir mitgeteilt, dass mein Platz aufgrund der Überbuchung getauscht wurde. Ich hatte mir extra einen Fensterplatz gesucht doch nun sollte ich in der Mitte sitzen. „Na ganz toll.“ sagte ich zu der Flugbeamten. „Nein, nein“ , meinte diese „Sie haben ein Upgrade bekommen und reisen in der Business Class!“ 😀

Ich machte einen kleinen Freudentanz. Solche Plätze kosten normalerweise über 5.000 €. Das fing schon mal gut an 😀

Montreal

Nach einem köstlichen 5-Gänge Menü, reichlich Chardonnay und viel Rotwein verstellte ich meinen Sitz zu einem Bett (!) und döste gemütlich vor mich hin während ich mir ein Radiohead – Album anhörte.

Neben mir saß eine junge Kanadierin aus Montreal mit der ich mich sehr gut verstand und welche mir schon einige Tipps bezüglich Bars, Clubs und Reisen gab.

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Nach 8h Flug, von denen ich nicht wollte, dass sie zu Ende gehen kam ich also erfolgreich und schon sehr betrunken am Pierre Elliot Trudeau International Airport an.

Am Border Control wurde ich dann aber doch noch ein letztes mal etwas unruhig. Was wenn ich eine Anmeldung oder ein Formular vergessen hatte? Würden Sie mich dann einfach zurückschicken? Reichte der Bestätigungsbrief der HEC Montréal als Beweis aus?

Zum Glück hatte ich zuvor ordnungsgemäß das eTA (electronic travel agreement) ausgefüllt und zusammen mit dem Brief der Universität wurde ich von einer jungen und außergewöhnlich attraktiven Flugbeamtin herzlich willkommen geheißen.

Als ich dann auch noch sofort meine gigantische Tasche an der Gepäckausgabe fand, stieg langsam eine unfassbare Euphorie in mir hoch.

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Mein Glück kannte keine Grenzen!

DER WEG ZUR WOHNUNG

Im Anschluss nahm ich den Bus 747, welcher mich für 5 CAD in 30 min direkt ins Stadtzentrum von Montreal, nämlich nach Berri-Uqam beförderte. Als ich aus dem Bus stieg sah ich mich um. Das erste was auffällt: Die Straßen sind breiter und die Gebäude weit höher! Noch dazu fand auf dem Hauptplatz in Berri-Uqam gerade ein EDM-Festival statt und mir kamen ohrenbetäubende Bässe entgegen als ich aus dem Bus stieg.

Am Weg dorthin telefonierte ich mit dem Vater meiner Mitbewohnerin, welcher so freundlich war mich von der Metro-Station in St.Michel mit dem Auto abzuholen und zur Wohnung zu bringen. Außerdem versorgte er mich mit einer Matratze, Handtüchern, einer Kühltruhe (da wir noch keinen Kühlschrank hatten) und einigen anderen Notwendigkeiten wie Klopapier etc.

Anfangs konnte ich sein Französisch jedoch rein gar nicht verstehen. Der Akzent in Québec ist komplett anders als beispielsweise der französische, der belgische oder der schweizerische Akzent.

Daher nickte und lächelte ich anfangs nur und bedanke mich vielmals für die Hilfe.

Und dann war ich allein. Ganz allein. Auf einem anderen Kontinent. In Montreal.

Was für ein geiles Gefühl der Freiheit!

 

Doch das war erst der Anfang. Ich wusste damals noch nicht was mich noch alles erwarten würde.

Fabi

 

 

Hast du schon ein Auslandssemester gemacht? 😉

Wenn nicht, würdest du gerne eines machen? Und wo? 😮

Schreib´s mir in die Kommentare! 😀

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