Montreal | 6 Monate in Kanada | Teil VI – Résérve Faunique Mastigauche | National Park Kanada

National Park Kanada

Unser Natur-Trip ging weiter.

Von dem National Park La Mauricie ging es weiter in das Résérve Faunique Mastigauche.

Der große Unterschied von einem Résérve zu einem National Park, ist dass man im Résérve Jagen und Fischen darf. Natürlich nur mit Lizenz. Das wiederum bedeutete, dass in diesem Gebiet weitaus mehr wilde Tiere lebten. Noch dazu begann die offizielle Jagdsaison erst in einer Woche, was zur Folge hatte, dass die Tiere noch nicht aufgescheucht und schreckhaft waren.

Auf einer sandigen Straße cruisten wir also inmitten des Résérves mit einem Affenzahn durch die Gegend.

Aus Langeweile, kam Victor auf die brilliante Idee mir eine Einführung ins Driften zu geben.

Nun ja, … das ging fast schief 😀

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In einer sehr engen Kurve hatte ich zu stark eingelenkt und wäre beinahe voll in den Berghang hinein gedonnert!

Vorne war das Auto etwas kaputt. Gut also, dass wir die Versicherung genommen hatten.

Es wurde schnell dunkel und so sahen wir uns alsbald nach einem geeigneten Schlafplatz um. Wir parkten heimlich auf einem unbenützten Privatparkplatz mitten im Wald und machten es uns mit ein paar leckeren Bierchen und Snacks gemütlich. Wir starrten in den Himmel und philosophierten vor uns hin bis wir müde waren 🙂

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Dann stiegen wir ins Zelt, mummelten uns in den Schlafsack und schliefen sofort ein. Alles war perfekt, oder? 😀

Plötzlich schreckte ich aus dem Schlaf. Max und Victor saßen hellwach im Zelt und schauten mich entsetzt an. „Was ist los mit euch?“ fragte ich. „Fabi! Sei jetzt ganz leise.“ flüsterte Victor mit angespanntem Ton. „Da draußen sind irgendwelche Tiere und fressen gerade unser Essen!“

Natürlich. Wir hatten den Rat des Parkwächters nicht befolgt und hatten unser gesamtes Essen vor dem Zelt liegen gelassen anstatt es weit oben auf einen Baum zu hängen.

Es raschelte und es knackten Äste unter dem Gewicht der Tiere. „Ich hab sie gesehen als ich draußen pinkeln war. 3 dunkle Bestien! Sie kamen auf mich zu und ich bin schnell ins Zelt gesprungen.“

Was konnten das nur für Tiere seien? In meinem Kopf geisterten plötzlich allerlei wilde Gedanken. Waschbären, Wölfe, Bären? Möglich war es!

Das Zelt wackelte hin und her und wir hörten gleich neben uns das Keckern und das Schmatzen der Tiere.

Selbst wenn es nur ein Stinktier gewesen ist. Man weiß ja nie, was für Krankheiten diese Viecher mit sich herumschleppen.

Doch Victor hatte den Plan: „Fabi! Wo sind die Autoschlüssel verdammt? Ich sperr das Auto auf dann springen die Lichter an! Das müsste sie eigentlich erschrecken und von uns weglocken.“

Gesagt, getan.

Doch wirklich sicher fühlten wir uns noch immer nicht. Vor allem weil wir immer wieder aus der Ferne ein lautes Geheul hörten.

Gänsehaut pur!

Das Bier drückte allmählich gewaltig auf die Blase. Ich drehte mich zur Seite und sah meinen Bruder, der mich mit genau demselben verkrampften Gesichtsausdruck ansah. „Alter, ich muss so pissen, aber ich will echt nicht aufgefressen werden!“ flüsterte mir Max ins Ohr.

Er hatte Recht. Also versuchten wir wieder einzuschlafen. Doch der Druck war zu groß und so entschieden wir uns auf 3 schnell raus zu sprinten. Ich dachte niemals, dass ich beim Pinkeln mal um mein Leben fürchten muss.

Doch es ging alles gut und wir konnten beruhigt einschlafen.

Am nächsten Tag hatten wir wieder ein traumhaftes Wetter.

Obwohl wir nicht mal eine Stunde Fahrt von La Mauricie entfernt waren, merkten wir sofort, dass die Natur ganz anders war.

Es gab viel mehr breite, flache Flüsse mit dicken Steinplatten über die man spazieren konnte.

Ganz besonders!

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Wenn man diese Flüsse bergauf geht, kommen immer aufgrund der stufenartigen Felsenformationen immer wieder diese wunderschönen Wasserfälle.

Und genau dort setzten wir uns hin und lauschten dem Rauschen des Wassers.

Wieder waren wir ganz alleine! 😀

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Ich hatte mir aufgrund der Bärenattacke von letzter Nacht eine Steinschleuder gekauft. Jetzt war ich bereit für jeder Gefahr.

Als wir uns den Wasserfall aus der Nähe genauer ansahen, entdeckten wir dass sicher hinter dem Wasser eine Höhle befand. Wir kletterten hinein und saßen hinter dem tosenden Wasserfall. Die Höhle hatte die Form eines kleinen Sofas sodass für alle genug Platz war.

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Ein Moment der Entspannung unter dem tosenden Wasserfall 😀

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Und sich danach mal kurz wie Superman fühlen! 😀

Einfach Hammer!

Von diesen aufregenden zwei Tagen waren wir erschöpft. Zum Abendessen kehrten wir in ein nettes Restaurant ein und genehmigten uns die dicksten Pizzen, die wir finden können! #Gönnung

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 Mit vollem Bauch sanken wir in den Schlaf.

Am nächsten Tag spazierten wir viel zu Fuß und schossen ein paar schöne Brüder-Fotos!

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2 Trottel im Wald 😀

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Nicht schlecht 😀

Momente für die Ewigkeit.

Wir drangen immer tiefer in den Wald vor und begaben uns in das, für uns eigentlich verbotene, Jagdgebiet. Wir durchforsteten das Sperrgebiet in der Hoffnung einen Bären zu entdecken.

Doch es war unheimlich schwer einen zu finden 🙁

Jedoch entdeckten wir diesen kleinen Teich. Er strahlte eine unfassbare Ruhe aus.

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Wir fanden ein Ruderboot und erkundeten damit die andere Seite genauer.

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Auf der anderen Seite fanden wir einen Biberdamm. Das ist Kanada!

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 Wir blickten noch ein letztes Mal über das Résérve Faunique Mastigauche von einem Jägerstand aus und verabschiedeten uns von diesem wunderbaren Fleck in Quebec.

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Bye, Bye 😀

Warst du schon mal in einem Résérve?

Oder warst du sogar schon mal jagen? 😮

Schreib´s mir unten in die Kommentare!

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