Ein Monat Praktikum in St.Feliu, Spanien

¡Vamos amigos!

Heute werde ich euch nach St.Feliu entführen, an die Costa Brava, die schönste Küste Spaniens.

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Vorbereitung

Alles begann im Mai 2015. Ich wollte unbedingt für einige Zeit ins Ausland um ein Praktikum zu machen. Eine neue Sprache, eine neue Kultur, eine neue Arbeit und ein völlig neues Umfeld. Das Fernweh hatte wieder einmal die Oberhand gewonnen.

Also sah ich mich im Netz um und stieß kurz darauf auf der Seite studenjob.at auf ein Praktikum an der Küste Spaniens als Kellner in einem Restaurant. Nach zwei Telefongesprächen, in denen ich auf mein Spanisch getestet wurde und etlichen Emails erhielt ich die freudige Bestätigung: DU BIST GENOMMEN! Die Freude war groß, ebenso wie die Aufregung.

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Den ersten Schreck jedoch bekam ich schon am Tag vor meiner Hinreise, als ich mir mit einer Freundin ein Reportage-Video über das Restaurant La Taverna Del Mar ansah in welchem ich vorhatte zu arbeiten. Ich verstand kein Wort. Nur warum? Es war Catalan und nicht Spanisch. Panik stieg in mir hoch. „Was nur wenn dort alle Catalan reden und ich KEIN FUCKING WORT versteh?“ (Tipp: Bereite dich ordentlich vor, dann erlebst du am Tag vor der Abreise keine bösen Überraschungen 😉 )

Anreise

Am 1.August ging mein Flug direkt nach Barcelona da ich keinen Direktflug nach St.Feliu finden konnte. Mein Flug hatte 2 Stunden Verspätung und ich telefonierte mit meinem gebrochenen Spanisch mit ein paar Angestellten um herauszufinden, ob es denn ein Problem wäre wenn ich später ankäme. Das war auch der Zeitpunkt an dem ich beruhigt feststellen konnte, dass die Menschen dort durchaus Spanisch reden und verstehen, auch wenn sie es ungern tun und Catalan bevorzugen.

Nach einem Höllenflug durch ein Gewitter und apokalyptischen Turbulenzen als wäre das Ende der Welt gekommen, setzte der waghalsige Kamikaze-Pilot zu einer wuchtigen „Fast-Bruchlandung“ an und die Räder knallten auf die spanische Landebahn. (Tipp: Fliegt niemals, niemals, niemals mit Vueling falls es sich vermeiden lässt!)

spanien-praktikumInfolge meines verspäteten Fluges verpasste ich meine Anschlussverbindung mit dem Bus und wartete 2 Stunden bei der Busstation am Flughafen.  Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, ob das Restaurant noch geöffnet hatte und bereit war mich noch aufzunehmen. Ich spielte schon mit dem Gedanken irgendwo am Strand zu schlafen und mir dort eine kleine Grube zu graben in die ich mich mitsamt meinem Gepäck hineinlegen könnte. Doch ich hatte Glück. Um halb 1 in der Früh erreichte ich erschöpft das Restaurant und wurde sofort herzlichst in Empfang genommen. Der Geschäftsführer und auch der Rest der Besatzung begutachteten voller Neugierde den blonden, Strohhut tragenden Neuankömmling, der mit seinen langen Haaren und den blauen Augen so gar nicht hierher passte.

spanien-praktikumDanach ging es Schlag auf Schlag. Zusammen mit dem Mexikaner Jorge wurde ich in meine WG gebracht, wo ich zusammen mit dem französischen Handyspiel-Fanatiker Quentin in ein Zimmer gesteckt wurde, welcher Tag ein Tag aus dasselbe Red Hot Chili Peppers Album hörte, was sich zu einer Qual für alle WG-Bewohner entwickelte. Nebenan wohnte ich zusammen mit zwei Polinnen Alicia und Carolina, die ausnahmslos polnisch sprachen und mich wo es nur ging ignorierten, und Lidia, einer dicken, schnauzbärtigen, aber sehr netten Mexikanerin, die meistens schlief.

Das Praktikum

Die Arbeit machte anfangs wirklich Laune. Obwohl ich vom Kellnern keine Ahnung hatte, bekam ich endlich einmal das Gefühl gebraucht zu werden und einen nützlichen Beitrag leisten zu können. Ein Gefühl, welches man als Student überhaupt nicht kennt. Mein Spanisch wurde mit jedem Tag besser und ich war guter Dinge. Was ich auch am ersten Tag lernte: Wenn der Teller auf der Paella-Pfanne liegt, dann wird noch gegessen und man darf sie nicht einfach wegnehmen ;-D

spanien-praktikumSchon nach zwei Tagen hatte ich meinen ersten Tag frei und es war einfach nur herrlich. Sonne, Strand, Meer, eine eklige Schlabberbadehose aus dem Zimmerschrank und die beste Kokosnuss der Welt. So ließ es sich wirklich aushalten.

Nach einer schlaflosen Nacht in der ich mir ein zweistündiges Gefecht mit einer Riesenmücke lieferte, ging die Arbeit wieder von vorne los. Schnell begriff ich, dass alles seinen genauen Ablauf hat und schon nach zwei Wochen quälte mich die ewig selbe Routine jeden Tag aufs neue. Dazu noch der konsequente Zeitdruck und der stetig harsche Ton ließen mich darauf schließen:

GASTRONOMIE IST EIN BEINHARTES BUSINESS!spanien-praktikum

Meine Erfahrungen

Es ist unfassbar viel passiert in diesem einem Monat, sodass es fast unmöglich scheint hier alles zu erzählen. Einiges möchte ich jedoch trotzdem nicht unerwähnt lassen:

Der Tag an dem ein Typ einen Joint im Restaurant geraucht hatte und es für alle normal war (?!). Fabi VS Giant Mosquito Parte 2. Die Eisdusche in der Wohnung. Der flüchtende Hummer, der durch die Küche rennt und alle narrisch herumschreien, weil sie in mit der Zange nicht fangen können. Meine Geburtstags-Fiesta in der Party-Stadt Platja d´Aro, eine Stadt die einzig und allein aus Clubs besteht (ein legendärer Abend an den ich mich sehr gern zurückerinnere). Der Tag an dem meine große Zehe taub geworden ist, weil die schwarzen Lackschuhe so fest gedrückt haben. Das Disco-Schwimmbad mit viel Bier und Mojito. Mein Krankenhausaufenthalt wegen starkem Fieber und Gliederschmerzen und es war allen furzegal (¿que pasa con la gente?). Der Tag an dem ich zuerst einen fetten Fischteller runtergeschmissen hab und danach einen dicken Wasserkübel umgekickt hab (am Tag nach meinem Geburtstag). Schnorcheln am Riff mit Fischis. Moritz Epidor, das beste Schwarzbier Spaniens. spanien-praktikumDas Mojito-EIS! Der Tag an dem ich die Seekrabbe ins Aquarium gelegt habe. Und zu guter Letzt, der Tag an dem ich gelernt habe, dass Mexikaner sehr wütend werden wenn man sich bei ihnen darüber bedankt, dass sie einen mit dem Auto mitgenommen haben, weil es für sie doch eh selbstverständlich ist.

Abreise

Nach einem Monat Knochenarbeit war er gekommen, El Ultimo Dia De Trabajo. Ich war zufrieden, denn ich hatte viel darüber gelernt mich eine neuen Umgebung anzupassen, sich in eine Wohnung mit 4 anderen Personen zu teilen, und einige Zeit vollkommen auf sich allein gestellt zu sein. Ich sehnte mich unendlich nach meinen Freunden und meiner Familie und war überglücklich am 30. August wieder daheim zu sein.

Fazit

Ich habe viele gute und einige schlechte Erfahrungen während meines Praktikums in Spanien gemacht, die jedoch im Nachhinein betrachtet sehr wichtig für mich waren. Noch heute viele Jahre später denke ich gern an diese äußerst prägende Zeit zurück und werde mir ständig wieder aufs neue bewusst wieviel ich dabei fürs Leben gelernt habe. 

Was für ein Abenteuer 😀

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Hast du schon mal im Ausland gelebt?

Wann und wo?

Schreib´s mir in die Kommentare 😉

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1 Kommentar

  1. Sehr sehr cool 🙂
    War echt spannend zu lesen

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